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BAG-E Info 03/2000 die Zweite
09.03.00
Hallo MitstreiterInnen und UnterstützerInnen,
das heißersehnte Protokoll des letzten BAG-Treffens ist nun eingetroffen.
Deshalb ist die INFO diesmal auch etwas länger ausgefallen. Also, macht
es euch zum Lesen etwas gemütlicher.
Die Themen:
- In Kürze
- Veranstaltungshinweis/Berlin
- BAG-E homepage (zum x-ten mal)
- Artikel über die Situation in der Bewegung
- Das Protokoll des BAG-E Treffens vom 04.-06.02.2000
1. In Kürze
a. Veranstaltungshinweis
Bündnis gegen Arbeit - pro und contra
"Die Hängematten" präsentieren und diskutieren Texte der Gruppe Krisis
Fr, 17. März, 20 Uhr, Zielona Gora, Grünberger Str. 73, 10245 Berlin
b. BAG-E homepage ist freigeschaltet (www.bag-erwerbslose.de).
Ich möcht nochmal darauf hinweisen, dass alle Inis mit Adressen; Infos,
Selbstdarstellungen auf die homepage aufgenommen werden können.
Damit die Seite immer was Aktuelles zu bieten hat, gibt es für alle die
Möglichkeit, sich inhaltlich zu beteiligen. Das Material bitte an
fjaeger@stud.uni-frankfurt.de. (Siehe hierzu auch Punkt IX. f. im Protokoll.)
2. Artikel von Carsten Senger (erscheint demnächst im "Anstoß" März 2000)
Zur Situation der unabhängigen Erwerbslosenbewegung
Die Situation der Erwerbslosenbewegung hat sich seit dem
Regierungswechsel zunehmend verschlechtert. Dies betrifft sowohl die
personelle Stärke als auch den politischen Handlungsspielraum, in dem sie
sich momentan bewegt. Mit dem Regierungswechsel zerfielen viele der
politisch agierenden Gruppen unter den unabhängigen
Erwerbsloseninitiativen. Der Schwung aus der Zeit der Jagoda-Tage, den
monatlichen, bundesweiten Protesten vor den Arbeitsämtern, war
schlagartig verlorengegangen. Gründe dafür liegen in den Hoffnungen vieler
Beteiligter in die sozialdemokratische Regierung, den
Verschleißerscheinungen innerhalb der Gruppen und dem Rückzug fast
aller Beteiligten aus Gewerkschaften und Parteien nach der Wahl.
Erwerbslosigkeit war mit einem Mal kein Thema mehr in der Öffentlichkeit.
Dies ist inzwischen überwunden. Allerdings hat sich die Lage der
Erwerbslosen seitdem massiv verschlechtert - alles unter dem Motto
sozialdemokratischer Modernisierungspolitik. Von den wenigen
Verbesserungen für Arbeitnehmer profitieren Erwerbslose nicht. Das
einzige Zugeständnis der Regierung ist die Nichtanrechnung der letzten
Kindergelderhöhung in Höhe von 20,- DM auf die Sozialhilfe. Außen vor
bleibt der Rest des Kindergeldes, inklusive der großen Erhöhung nach der
Wahl. Und selbst gegen die Nichtanrechnung der Kindergelderhöhung
sträuben sich noch viele Kommunen. In Berlin wurde beispielsweise beim
Sozialamt Neukölln die Nichtanrechnung ignoriert. Ob sich dies nach
einem Senatsbeschluss geändert hat, ist bisher nicht bekannt.
Zwangsarbeitsmaßnahmen von Seiten der Ämter gegen "arbeitsunwillige
Sozialschmarotzer" gab es zwar schon immer, durch die
sozialdemokratische Modernisierungs-Propaganda werden sie aber zum
Regelfall.
Eines der vielen Beispiele dafür ist der Leipziger Betrieb für
Beschäftigungsförderung (bfb), der je nach Auftragslage mit 5.500 bis 8.000
vom Arbeits- oder Sozialamt zugewiesenen Antragstellern sein Geld
verdient. Nicht nur, dass in der Ämterpraxis die Frage der Zumutbarkeit
keine Rolle spielt (Kinderbetreuung, Alter, Krankheiten,
gesundheitsgefährdende Arbeitsplätze), auch trägt der bfb tatsächlich nicht
zur Qualifizierung der Erwerbslosen bei, die z.B. dazu eingesetzt werden,
die öffentlichen Teiche in Handarbeit zu entschlammen. Außerdem handelt
es sich bei den von der bfb angebotenen Arbeitsplätzen durchweg um
prekäre Arbeitsverhältnisse, deren Vergütung zumeist unter der gesetzlich
vorgeschriebenen Höhe, z.B. für staatlich geförderte Beschäftigung oder
unter dem Baumindestlohn liegt (zugesicherter Lohn 1968,75 brutto + evtl.
Zuschläge, Baumindestlohn wäre 2730 DM + Zuschläge, Tariflohn für
vergleichbare Tätigkeiten z.B. für Lehrkräfte 4.500 DM). Eine Einsicht in die
"Dienstvereinbarungen" der bfb mit der Stadt Leipzig, mit denen versucht
wird, das Tarifgesetz zu umgehen, wird den an den bfb zugewiesenen
Erwerbslosen oft verwehrt. Statt dessen dürfen Sozialhilfeempfänger dann
für 2 DM pro Stunde ohne Arbeitsvertrag im Rahmen der "Integration durch
Arbeit" beim bfb arbeiten (siehe ausführlichen Artikel in der "quer" 1/2000).
Auf einem Treffen der "Bundesarbeitsgemeinschaft unabhängiger
Erwerbsloseninitiativen" (BAG-E) Anfang Februar in Roßdorf bei Darmstadt
ging es dann auch um eine Einschätzung, welche Möglichkeiten für
politischen Widerstand zur Verfügung stehen. Im Vordergrund stand dabei
die Zusammenarbeit mit anderen Gruppen. Dazu fand Mitte Februar ein
Treffen mit Vertretern der Euromarschkoordination, des ALV, der
Bundesarbeitsgemeinschaft der Sozialhilfeinitiativen (BAG-SHI) und
verschiedenen Landesverbänden statt. Ziel war es, Möglichkeiten des
gemeinsamen Handelns auszuloten.
Als konkretes Ergebnis wurde eine gemeinsame Kampagne "Gegen
Arbeitszwang und Billigjobs - für ein existenzsicherndes Einkommen"
beschlossen, ein Thema, das abhängig Beschäftigte und Erwerbslose
gleichermaßen betrifft. Dazu wird am 17./18. Juni eine bundesweite
Konferenz stattfinden, bei der die Schwerpunkte auf Niedriglohnmodellen,
Arbeitszwang, Grundsicherungskonzepten, Zusammenlegung von
Arbeitslosen- und Sozialhilfe, Pauschalierung von Sozialhilfe und Armut
trotz Arbeit liegen werden. Außerdem wird für den Herbst eine bundesweite
Demonstration angestrebt, wozu Berliner Initiativen, das Bündnis für eine
andere Politik und die Initiative für die Vernetzung der Gewerkschaftslinken
angesprochen werden.
Mit der Initiative zur Vernetzung der Gewerkschaftslinken besteht schon
seit etwa einem Jahr eine kontinuierliche Zusammenarbeit, die sich auch
bei deren Kongress Anfang des Jahres in Stuttgart zeigte, bei dem Harald
Rein vom Frankfurter Arbeitslosenzentrum das Einleitungsreferat hielt und
es eine Arbeitsgruppe zur Sozialpolitik gab, in der Erwerbslosigkeit und die
Lage der SozialhilfebezieherInnen in einen konkreten Zusammenhang mit
gewerkschaftlicher Politik gebracht wurden.
So ist zu hoffen, dass die Erwerbslosenbewegung und somit der
Widerstand gegen die sozialdemokratische Arbeitsmarkt- und
Wirtschaftspolitik in der nächsten Zeit wieder neuen Schwung bekommt
und dies auch zu einem Schulterschluss von Erwerbstätigen und
Erwerbslosen führt.
Carsten Senger - carsten.senger@gmx.de
Protokoll als eigenes Dokument
3. Das Protokoll des letzten BAG-E Treffens
BAG-E/Bundesarbeitsgemeinschaft der unabhängigen Erwerbsloseninitiativen - Protokoll des bundesweiten Treffens vom 4.- 6.2.2000 in Roßdorf bei Darmstadt
Themen:
- Bestätigung und Ergänzung der vorgeschlagenen Tagesordnung:
- Finanzierungsprobleme der bundesweiten Treffs:
- Städteberichte:
- Berichte aus den Arbeitsgruppen
- Treffen mit Euromarsch, ALV, BAG-SHI, ... / Stellung zum ALV und Dietrich Fischer
- Bericht aus der Initiative für Vernetzung der Gewerkschaftslinken in Ffm / Kongress in Stuttgart.
- DAloG
- Erwartung in die Zukunft der BAG-E
- Organisatorisches:
- "Sonstiges"
Freitag Abend (Protokoll, Günter-Freiburg):
I. Bestätigung und Ergänzung der vorgeschlagenen Tagesordnung
Der Vorschlag von Extrazeit für Arbeitsgruppen am nächsten Morgen
wurde angenommen.
II. Finanzierungsprobleme der bundesweiten Treffs
Die Teilnahme entweder für alle, die teilnehmen wollen, oder Beschränkung
auf Delegierte, weil es sonst zu große Defizite in der Finanzierung gibt? Es
gilt: Alle müssen kommen können und der Eigenanteil muss
erwerbslosengerecht sein. Initiativen sollten die Delegiertenzahl klein
halten, die Kosten durch die große Beteiligung von Personen aus der
Region, in der das Treffen stattfindet, soll durch Übernachtungen außerhalb
abfedern werden.
Die Verantwortung für die Organisierung der Finanzen liegt in Händen der
einladenden Gruppe. Wenn möglich mehrfach Anträge auf Zuschüsse
stellen (diese Tipps sollten unbedingt weitergegeben werden, notfalls auch
Unterstützung) Für den Eigenbeitrag gibt es eine soziale Staffelung, Normal-
und Solibeiträge. Bei nachvollziehbaren Abrechnungen können auch
Defizite aus der BAG-E-Kasse übernommen werden. Vorschläge zur
Unterbringung bei Treffs in Naturfreundehäusern mit Selbstversorgung
können getestet werden, wenn der inhaltliche Ablauf der Treffen davon nicht
beeinträchtigt wird.
Auf Dauer sind auch Reduzierung von Anfahrtskosten durch
Fahrgemeinschaften anzustreben.
Niemand soll wegen der Kosten nicht kommen können!
III. Städteberichte
Bremerhafen:
Größere Aktionen ging nur bis zur Bundestagswahl. Danach blieb jegliche
Gewerkschaftsunterstützung aus und es beteiligten sich weniger Personen.
Jagodatage-Aktionen laufen noch, einmal im Monat politischer Kreis, sonst
Fortbildung und Infos.
Darmstadt:
GALIDA (Gewerkschaftliche ArbeitslosenInitiative Darmstadt)
Zeit der Aktionstage vorbei, der letzte am Weltspartag. Aktuelle Problemstellung:
Abbau von Arbeitsplätzen im öffentlichen Dienst, statt dessen vermehrter
Einsatz von "gemeinnütziger" Arbeit auf dem Sozi.
Kleine Gruppe, Ansätze zur Frustration wird bekämpft mit anderen
Aktionsformen z.B. Internetpräsenz. Dafür werden (erfolgreich) Soli-"Aktien"
ausgegeben. Sonst laufen einige Veranstaltungen, zukünftig sollten mehr
Aktionen zur und mit der Presse organisiert werden.
Frankfurt:
Mahnwache am Mittwoch in der Innenstadt läuft noch. Geplante Aktionen
vor Sozialstationen, Umfragen zur "Arbeit vor Sozialhilfe", viele der
Betroffenen sind fast nicht mehr arbeitsfähig. Thematisch den größten
Bekanntheitsgrad bei den Ämtern haben die Themen, Zwangsarbeit und
Existenzgeld, dafür muss eine breitere Gegenöffentlichkeit geschaffen
werden.
Münster in Westfalen:
Erwerbslose brauchen Medien - Zeitung die Sperre.
Lehr(Norddeutschland):
Arbeitslosenzeitung, Beratung, "Sozialarbeit". Dünne AktivistInnendecke -
mehr Beratung. Motivation aus Mahnwachen vor dem Arbeitsamt, aber
Einsicht "die Massen machen es nicht aus".
Lindau (Bodensee):
Arbeitsloseninitiative trifft sich unregelmäßig, mehrere lokale Aktionen z.B.
Sozialpass und OB-Wahlkampf.
Bielefeld:
Gemeinsamer Termin mit Betriebsräte und Erwerbsloseninitiativen.
Aktivitäten im Landtagswahlkampf, Schwerpunkt Kampf gegen Kombilohn.
Oldenburg:
ALSO, Themen: Kindergeld(-erhöhung) am Sozi, Fragebögen Leben in der
Sozialhilfe -kommunale Öffentlichkeitsarbeit. Verbesserte
Erziehungsbeihilfen (Besonderheit NRW) Trainingsmaßnahmen am
Arbeitsamt, Disziplinierung, unsinnig, fachlich schlecht - der Kampf
dagegen. Viele werden darüber aussortiert, Probleme für Alleinerziehenden.
Blinde Zuweisung, Rechtstipps. Sparpaket der Bundesregierung und die
Auswirkung auf kommunale Haushalte und Veränderung in der ABM-
Praxis. Überfälle von Nazis, die aktive Antifa wird kriminalisiert. Als
Erwerbslose sich verhalten, keine Aus- und Abgrenzung zulassen.
Berlin:
Durchführung der Armutskonferenz von Unten, die viele Kräfte gebunden
hat. Ansonsten Beratungs- und Stadtteilarbeit. Zunehmender Einfluß auf
die lokale Presse und Politik. Gruppe wächst als Folge der
Armutskonferenz.
Freiburg:
Anw, als Ini eher Aktionsgruppe. Bei sinkender AktivistInnen Zahl eher
Kommunale Präsens z.B. gegen die Zwangsarbeit am Sozi. Neues
Gruppenkonzept angepasst an die aktuelle politische Situation wird gerade
entwickelt, Hauptproblem Fluktuation und Mobilisierung. Sonstige
Aktivitäten: Ausbau der triregionalen Zusammenarbeit mit schweizerischen
und elsässischen Erwerbsloseninnitiativen über VETO. Angepeilt virtuelles
Büro im Dreiländereck, gemeinsame Aktionen z.B. an europäischen
Aktionstagen. Veranstaltungen & Infobus. Verstärkte Bemühungen um
europäische Unterstützungsgelder für Erwerbslosenprojekte.
Ulm:
Keine Initiative, aber Kontinuität im Beratungsbüro. Organisierung von
Sozialhilfe-Lehrgang.
Marburg:
Arbeitskreis Erwerbslose im DGB. Weltspartagsaktion eher misslungen.
Offener Brief an SPD & Grünen, sogar Antwort bekommen. Zukünftig mehr
Gewerkschafterinnen und Studentinnen ansprechen.
Samstag
IV. Berichte aus den Arbeitsgruppen (Aufteilung in Arbeitsgruppen für 2
Stunden):
AG1 (von Günter aus Freiburg)
- Was sind die mittelfristigen Ziele - der "Modernerisierer" - der Rot- Grünen Regierung?
- Was für eine Auswirkung hat die aktuelle Spenden-Korruptionskrise der Konservativen auf diese Politik?
- Welche Auswirkungen ergeben sich für Erwerbslose und die Entwicklung von Widerstandsformen?(Nur andiskutiert, genauer in der späteren gemeinsamen Diskussion.)
zu 1.: mittelfristige Ziele
Brainstorming:
Extreme Verbilligung von Arbeitskraft, Senkung der Löhne (Bündnis für
Arbeit), Niedriglohnsektor ausbauen und Kombilöhne & Flexibilisierung
durchsetzen, durch Leistungskürzungen, vermehrte Zwangsarbeit, Zwang
zur Zeitleiharbeiten (Sklavenhändler hast du Arbeit für mich), negativer
Ausbau von ehrenamtlicher Arbeit als Ersatz, möglich Abschaffung von
Arbeitslosenhilfe, verstärkter Druck auf Jugendliche à la England und
Frankreich, purer Machterhalt der jetzigen Regierung.
zusammenfassendes Ergebnis:
Drei mittelfristige Schwerpunkte die zu beachten sind:
mögliche Abschaffung der Arbeitslosenhilfe, verstärkter Druck auf
Jugendliche, "Bündnis für Arbeit" - genauer dessen Auswirkungen;
Lohndrückerei, Verbilligung von Arbeit, Kombilohn.
zu 2.: Auswirkungen der aktuellen Skandale
Brainstorming:
Die "Modernisierungs"-Fraktion vor allem die Schröderlinie kann machen
was sie will. Schon zuvor wurde die Thematik Arbeitslosigkeit durch die
Rentendiskussion geschickt an den Rand gedrängt. Die Rentendiskussion
ist aber nur ein Teil, eine schöne Kosmetik. Die "Skandale" überdecken
alles. Der Wahlsieg ist schon garantiert, es muss keine Rücksicht mehr
auf die Sozialpolitik genommen werden, dort sind jetzt mehr Spielräume für
rot-grün. Verstärkter Druck auf Erwerbslose ist zu erwarten.
Die CDU wird sich zurückhalten, um nicht aufzufallen, Vorteil - das Image
der selbsternannten Anwälte für die Benachteiligten wird noch
unglaubwürdiger. Die Gefahr, dass sich eine Art große Koalition im
Bundesrat bildet, nimmt zu.
Aufwertung der FDP? Disziplinieren der Grünen in der Regierung, da diese
wieder als Alternative dastehen. Verstärkter Einfluss von
Wirtschaftsliberalen?
Rechts/Links-Polarisierung als Auswirkung?
Die Bevölkerung tendiert eher nach rechts, Populismus ist angesagt. Dies
könnte sich auch auf die Vermittlungsversuche der "Modernisierer"
auswirken: populistische Sprüche = Politikverdrossenheit in Angriffe auf
Minderheiten (z.B. Erwerbslosen) umleiten.
Längerfristig könnte eine "Haiderisierung" auch hier in der BRD eintreten.
Populistische Rechtsopposition gegen die korrupten Staatsparteien,
begünstigt durch Aufsplitterung des bisherigen konservativen Lagers (CDU
& CSU), geschickt benutzt durch Neonazis, die im Aufwind "Politik &
Koalitionsfähig" werden.
Die Erwerbslosen in Österreich haben nichts zu lachen bei "Freiheitlichen"
im Sozial-, Innen- und Finanzministerium.
zusammenfassendes Ergebnis:
Die "Skandale" machen unseren Erwerbslosenwiderstand eher schwieriger.
Es ist kein Plazieren von Inhalten in der Presse möglich. Es gibt zwar auch
Vorteile, im Moment sind "Sozialschmarotzer"-Diskussionen geradezu
lächerlich, aber die Gefahr der Vereinnahmung von jeglicher Kritik unter
dem Moloch Populismus ist groß und gefährlich.
Es spricht nichts dagegen, einzelne Situationen für
Erwerbslosenforderungen zu nutzen, wenn Kritik an Korruption und
Politikverdrossenheit strikt inhaltlich begründet werden. Keine
Verallgemeinerungen! Insgesamt kann das Ganze aber bei den oben
beschriebenen Gefahren kein Aufhänger für eine Mobilisierung der
Erwerbslosen sein. Das Gegengewicht zum Populismus sollte durch
unsere Inhalte und Forderungen klarer herausgestellt werden. Die
Veränderungen z.B. kosmetische & populistische Vermittlungen der
"Modernisierer" muss genauer eingeschätzt und bekämpft werden.
AG 2: Ergebnisse der Arbeitsgruppe "Existenzgeld"
(von Harald Rein aus Frankfurt)
Das Jahr 1999 brachte die für uns schon immer gewünschte breitere
Diskussion zum Thema Existenzgeld (Existenzgeldkongress in Berlin,
Diskussionszirkel in einigen Städten, Vorschlag eines europäischen
Netzwerkes für ein Einkommen, neue Positionsbestimmung von
französischen Intellektuellen, wie z.B. Gorz usw.). Aus diesen Debatten
heraus haben sich einige notwendige Fragen an unser Positionspapier zum
Existenzgeld ergeben. Es zeigte sich, dass, neben der wichtigen
Aktualisierung durch gesellschaftlicher Entwicklungen, einige
Formulierungen in der Broschüre missverständlich oder nicht genügend
durchdacht sind. Die Mitarbeiter der AG wollen bis zur nächsten BAG-
Tagung die kritischen Punkte herausarbeiten und eventuell auch schon
Verbesserungsvorschläge vorstellen.
Zudem wurde der Vorschlag gemacht eine Kurzfassung der Forderung nach
Existenzgeld zu erstellen, eine Art allgemeinverständliche
Argumentationshilfe für Interessierte und Erwerbslosenaktivisten.
Ein Element der Existenzforderung besteht in der ausreichenden
Existenzsicherung. Diese wurde bisher allenfalls als 1500 DM Forderung
genauer beschrieben. Um hier einen überzeugenden
Begründungszusammenhang herzustellen, wird sich die AG in der
nächsten Zeit mit der ausgearbeiteten Existenzgeldforderung der BAG-
Sozialhilfeinitiativen auseinandersetzen. Insbesondere mit der Begründung
zur Höhe des erwünschten Geldbetrages.
Noch viel zu wenig hat sich die BAG mit der Frage nach dem "was kommt
nach der Lohnarbeit" beschäftigt. Hier positive Bezugspunkte
herauszuarbeiten oder gar Alternativen aufzuzeigen, könnte, als langfristig
angelegte Auseinandersetzung, eine qualitative Ergänzung zu unserer
Existenzgeldforderung sein. Gorz nennt diese Formen der Tätigkeit jenseits
der Lohnarbeit "Multiaktivität" und umschreibt sie mit den Begriffen
"schöpferischer Ungehorsam, Experimentieren und kreative Phantasie auf
den Gebieten von Kunst, Erziehung, Selbstversorgung, alternativer
Technologie, Wiederaneignung von Produktionsmittel, Aufhebung von
Geldbeziehungen, Selbsthilfenetzwerke" usw.
Wir erleben momentan eine recht positive Resonanz auf unsere Forderung
in den verschiedensten gesellschaftlichen Gruppen. Etwa wenn
Gewerkschaften die Forderung nach Mindestlohn stellen oder Schüler oder
Studenten die Forderung nach einem garantierten Einkommen erheben. Es
wäre zu überlegen, ob es nicht möglich ist ein Treffen, Kongress oder
ähnliches zu organisieren, auf dem etwaige Bündnispartner für ein Recht
auf Einkommen im weitesten Sinne zusammenkommen, diskutieren und
Aktivitäten überlegen. Eine breite gesellschaftliche Fokussierung auf das
Thema Existenzgeld könnte darüber erreicht werden.
Wir müssen uns stärker in die europäische Diskussion über das Recht auf
ein Einkommen einschalten. Der von AC vorgeschlagene Aufbau eines
europaweiten Netzwerkes zu diesem Thema, soll durch die BAG und die
AG Existenzgeld tatkräftig unterstützt werden.
AG 3 (nicht ausführlich)
Die AG 3 beschäftigte sich seit dem letzten Treffen nur mit der
Organisation der 3 Schulungen zu BSHG, SGB III und JobberInnenrecht.
Ziele dieser Veranstaltungen war die Fortbildung in den Themengebieten,
das Sammeln von Erfahrungen aus den verschiedenen Städten zur
Erstellung einer Broschüre und zur Entwicklung von weiteren Schulungen
und die Auswertung der Erfahrungen, um Widerstandskonzepte auf
politischer Ebene gemeinsam zu entwickeln.
Von den drei geplanten Schulungen konnte leider nur die Schulung zum
BSHG im November 99 in Darmstadt stattfinden, die beiden anderen
Veranstaltungen entfielen leider wegen organisatorischer Probleme und
mangels Interesse.
Die Schulung in Darmstadt war vom Fortbildungsteil her erfolgreich. Zum
Thema BSHG gingen auch mehr Anmeldungen ein, als Plätze zur
Verfügung standen. Dabei war jedoch keine Auswertung aus politischer
Sicht möglich, was hauptsächlich am Interesse der Mehrheit der
Teilnehmer lag.
Trotz dieser Umstände wollen die Beteiligten der AG 3 das Konzept
weiterentwickeln. Für die Schulungen zu SGB III und JobberInnenrecht
sollen Initiativen aus anderen Bereichen angesprochen werden, was
gleichzeitig der Zusammenarbeit mit diesen Initiativen dient. Gleichzeitig
wird versucht, doch eine politische Perspektive aus der durchgeführten
Schulung zu entwickeln. Außerdem wird mit den Fortbildungen anderen
Initiativen, die bisher nicht an dem Aufbau der BAG-E und der Entwicklung
politischer Konzepte mitwirken, eine Möglichkeit der Beteiligung gegeben
und die Gründung neuer Initiativen unterstützt.
Weiter - gemeinsame Diskussion zu den Arbeitsgruppen
Das Konzept der Arbeitsgruppen wurde grundsätzlich in Frage gestellt, da
die Kommunikation unter deren Mitgliedern in keiner der Arbeitsgruppen
funktionierte und somit - mit Ausnahme der AG Existenzgeld, die Über den
E-Mail-Verteiler eine konstruktive Diskussion führte - seit dem letzten
Treffen keine kontinuierlicher Austausch stattfand.
Sollte es keine Möglichkeit für regelmäßigen Arbeitstreffen (z.B. auf
regionaler Ebene) geben (die auf Bundesebene schon an den Kosten
scheitern) bzw. die Kommunikation über E-Mail sich in den anderen AG's
nicht verstärken sollte das Konzept der AG's überarbeitet werden, da bei
der momentanen Arbeitsweise die beteiligten Personen mit durch die - auf
jeden Fall vorrangige - lokale Ini-Arbeit überlastet sind. Außerdem wurde
der Wunsch geäußert, die technischen Kommunikationsstrukturen
auszubauen bzw. auszunutzen in Form eines virtuellen Büros, das
verlässliche Arbeitsteilung ermöglicht.
Auch die Einrichtung einer halben oder ganzen Stelle für die
Organisationsarbeit wurde angedacht, dazu unter organisatorisches
weiteres.
Erfolgreich war hingegen die Pressearbeit der AG 1.
V. Treffen mit Euromarsch, ALV, BAG-SHI, ... / Stellung zum ALV und
Dietrich Fischer
Am 15.02.2000 findet auf Einladung der Euromarsch-Koordination in
Hannover ein Treffen mit Vertretern des ALV, Euromarsch und der BAG-SHI
statt. Ursprung dieser Einladung war die auf dem Treffen in Herrenberg
beschlossenen Kontaktaufnahme mit Euromarsch für eine engere
Zusammenarbeit. Vorschläge für das Treffen sind die Mobilisierung zu den
Demonstrationen gegen den EU-Gipfel in Nizza Ende des Jahres, das
davor in Paris tagende Erwerbslosenparlament und die Großdemo, die
Entwicklung eines gemeinsamen Flugblattes zum Thema Billiglohn und ein
Bündnis für eine Großdemonstration in Deutschland. Die Einschätzungen
zur personellen Stärke und Mobilisierungsfähigkeit auf unserer Seite sind
allerdings zu gering, um diese Vorschläge aktiv zu unterstützen, es wurden
jedoch keine Argumente gegen die Beteiligung vorgebracht. Vor einer
konkreten Zusammenarbeit soll allerdings eine grundsätzliche
Verständigung über die gemeinsamen Ziele stattfinden und die politischen
Handlungsspielräume bestimmt werden.
Der Vorschlag zur Bildung gemeinsamer, inhaltlich arbeitender Gruppen
bzw. die Mitarbeit in den bestehenden Arbeitsgruppen wurde als nicht
sinnvoll abgelehnt, da die alte BAG-E an genau diesem Punkt aufgrund zu
großer politischer Differenzen zerbrochen ist.
An dem Punkt entzündete sich eine Diskussion zum Verhalten gegenüber
dem ALV, insbesondere gegenüber Dietrich Fischer, der aus der Zeit der
alten BAG gegen Armut und Erwerbslosigkeit noch einen der drei Sitze in
der nationalen Armutskonferenz (NAK) besetzt.
Als Ergebnis der kontroversen Diskussion über das grundsätzliche
Auftreten gegenüber dem ALV wurde beschlossen, die Zusammenarbeit
mit dem ALV nur von sachlichen Übereinstimmungen/Differenzen abhängig
zu machen. Die bereits getroffene Entscheidung, die Ansprüche auf den
dritten Sitz endgültig an den ALV abzutreten, wird beibehalten und der NAK
offiziell mitgeteilt. Dieser Brief wird mit bitte um Zustimmung /
Stellungnahme zuvor dem ALV zugestellt.
Das Schreiben der beiden Briefe wurde von Guido übernommen.
Für das Treffen in Hannover gab es folgende Vorschläge:
- Zum rückwirkenden Wegfall des §133(2) SGB III (Bemessungsgrundlage
des AlG bei zwischenzeitlich niedrigerer Bemessungsgrundlage). Diese
Erhöhung des AlG wird von den meisten Arbeitsämtern nicht durchgeführt
bzw. es werden rechtswidrige ablehnende Bescheide erteilt und somit die
Ansprüche erst per Gerichtsentscheidung erwirkt werden. Dabei sind die
den Betroffenen zustehenden Beträge relativ hoch ( oft mehrere tausend
DM) und eine Kampagne somit sehr erfolgversprechend. Da aufgrund der
SAM- und ABM-Maßnahmen besonders viele Fälle in den neuen
Bundesländern auftreten kann auch eine gezielte Zusammenarbeit mit ALV
und PDS angestrebt werden.
- Aktionen für eine Erhöhung der Weihnachtsbeihilfen, anknüpfend an die
Erfolge des AC! Mit diesem Konzept. Als Gegenargument wurde der im
Vergleich zu Frankreich niedrige Betrag (max. 30 DM) und die andere
Situation (keine Verweigerung von zustehenden Rechten) genannt.
- Eine vermehrte Zusammenarbeit in Form von Diskussionen, Vorträgen,
Kongressen und Pressearbeit.
- Die BAG-SHI denkt nach dem Gespräch mit dem Bundesministerium für
Arbeit über eine alternative Armutsberichterstattung nach, die auch von den
an diesem Treffen beteiligten Verbänden gemeinsam durchgeführt werden
könnte.
Guido und Harald wurden als Delegierte zu dem Treffen bestimmt mit den
beiden Vorschlägen zu §133(2) und einem Aktionen zur Weihnachtsbeihilfe.
Besser organisiert werden muss auch die direkte Zusammenarbeit mit der
Euromarsch-Koordination. Dazu kam aus Freiburg die Aufforderung, einen
offiziellen Delegierten zu Treffen auf europäischer Ebene zu bestimmen, der
die anstehenden Termine auch kontinuierlich wahrnimmt. Grund dafür ist
u.a., dass die Erwerbslosen auf den europäischen Treffen nur vom ALV und
Einzelpersonen repräsentiert werden. Willi Lübbke, der sich in Herrenberg
dazu bereit erklärte, kann lt. Guido diese Termine aus zeitlichen Gründen
nicht wahrnehmen.
Es wurde gefordert, diese Treffen aus den Reserven der BAG-E zu tragen,
was allerdings mit Hinweis auf den fehlenden finanziellen Zufluss abgelehnt
wurde.
Da die Mannheimer Euromarsch-Gruppe (vertreten durch Andreas)
regelmäßig an den Europa-Koordinationstreffen teilnimmt wird diese
Gruppe die Berichterstattung von diesen Treffen übernehmen und ggf.
Vorschläge der BAG-E einbringen.
Für das Euromarsch-Büro, das zur Zeit in Brüssel eingerichtet wird und in
dem 4 bis 6-wöchentlich ein Arbeitstreffen stattfinden wird, erklärt sich
niemand bereit. Daher sollen die Beziehungen über Iréne und Werner
Bräuer, der die wichtigen Diskussionen des AC-Verteilers übersetzt bzw.
BAG-Papiere in die Diskussion einbringt, genutzt werden.
VI. Bericht aus der Initiative für Vernetzung der Gewerkschaftslinken in Ffm
/ Kongress in Stuttgart.
Durch die regelmäßige Teilnahme von Harald Rein am Arbeitskreis ist ein
Austausch und eine Zusammenarbeit jederzeit möglich. Dazu bedarf es
allerdings immer der Initiative der BAG-E. Der Kongress in Stuttgart, auf
dem Harald auf sein Drängen hin das Eröffnungsreferat hielt, war sehr
erfolgreich. Da die Initiative für Vernetzung der Gewerkschaftslinken die
Einrichtung von regionalen Arbeitskreisen plant sollten die Initiativen auf
örtlicher Ebene, sofern es die personellen Kräfte zulassen, eine
Zusammenarbeit suchen. Das Sammeln von Kontaktadressen zu diesen
regionalen AG's wurde leider nicht angesprochen.
Die für das Treffen in Hannover beschlossenen Vorschläge soll Harald auch
im Arbeitskreis der linken Gewerkschafter einbringen.
Es gibt zur Zeit leider keinen Bericht von der nationalen Armutskonferenz
(NAK), da Ralf Knogge abgesagt hatte und Ottger Radke das letzten
Treffen der NAK nicht wahrnehmen konnte.
VII. DAloG
Es gab einen kurzen Bericht von dem Gründungstreffen von DAloG (vgl.
quer Dezember 1999). Aktuell gab es zu berichten, dass ein vorläufiger
Vorstand aufgestellt wurde. Dieser besteht aus 13 Mitgliedern, von denen
lediglich die Mitglieder aus Geldern und Leipzig den Anwesenden bekannt
sind.
Vorschläge für das weitere Vorgehen waren:
- Auf der Gründungsveranstaltung in Leipzig noch einmal geschlossen und
eindeutig die eigene Position darlegen mit dem Ziel, dass DAloG in dieser
Form nicht gegründet wird
- Sich noch einmal mit der Initiative in Leipzig in Verbindung zu setzen.
Diese scheint sich erst kürzlich gegründet zu haben und ist nicht
Mitinitiator von DAloG.
- Eine sachliche Stellungnahme zur Gründung von DAloG abzugeben, in
der die politischen Vorstellungen ("für einen Groschen Arbeit") kritisiert
werden und in der auch dargelegt wird, warum die Art und Weise innerhalb
der Erwerbslosenbewegung auf Widerstand stößt. Diese Stellungnahme
wird von Paul Stern und Ralf von der Zeitschrift Sperre verfasst.
Der Punkt, zu dem auch im Laufe der Diskussion keine Einigung erzielt
werden konnte, ist, ob hinter dem Gründungsversuch nicht auch bisher
noch unbekannte Gründe und Ziele stecken.
VIII. Erwartung in die Zukunft der BAG-E
Danach wurde noch ein Brain-Storming durchgeführt über die Erwartungen,
die die Beteiligten in die BAG-E setzen, und die mittelfristigen Ziele
(ungeordnet, unvollständig):
- bundesweite Aktionen
- Widerstand bei Gesetzgebung
- Informationsfluss
- Entwicklung von eigenen politischen Vorstellungen (auf theoretischer Ebene?)
- Präsenz in europäischen Gremien
- Gegenöffentlichkeit entwickeln
- gleichberechtigte Entwicklung von gesellschaftlichen, kulturellen und politischen Vorstellungen
- die Frage klären, ob es sich um ein Personenbündnis handelt oder Stellvertretung für eine Basis
- Öffentlichkeitsarbeit betreiben (Lobbyarbeit?)
- Umsetzung der auf den Treffen beschlossenen Punkte in den Initiativen (=Kontinuität?, =Identifikation?)
- Selbstauflösung als längerfristiges Ziel (Verbinden mit anderen Gruppen, nicht nur aus dem Bereich der Erwerbslosigkeit, kollektives Handeln als großes Bündnis)
- Internationale Zusammenarbeit
- Organisationshilfe für Erwerbslose sein
- Stärkung der bestehenden Initiativen (auch außerhalb der BAG-E ?)
Sonntag
IX. Organisatorisches:
Hier wurde als wichtigstes Thema die Frage von ehrenamtlicher oder
hauptamtlicher Tätigkeit in einem Büro der BAG-E diskutiert. Die noch in
Herrenberg vorherrschende Ablehnung von bezahlten Stellen ist nicht mehr
vorhanden. Dazu ist eine kontinuierliche Arbeit zwischen den Treffen, die
Unterstützung der Arbeitsgruppen, die Vorbereitung der Treffen und einen
intensivere Pressearbeit zu wichtig. Die Erfahrungen mit einem
ehrenamtlichen SprecherInnengremium sind negativ, da es damit Probleme
mit der Finanzierung und der (ansonsten natürlich positiven)
Basisdemokratie über mehrere Städte hinweg gab.
Um ein solches Büro unterhalten zu können wird die Gründung eines
Fördervereins erwogen. Außerdem sollen Stiftungen und sonstige
Geldquellen angezapft werden. Bei der Frage, ob auch Mittel nach § 19
angenommen werden sollte, konnte keine Einigkeit erzielt werden. Die
Meinungen reichten von politisch völlig inakzeptabel und unglaubwürdig bis
legitim, wenn die Mittel sinnvoll eingesetzt werden und die Praxis in der
Kommune, von der die Mittel kommen, akzeptabel ist ( ist in Kassel wohl
der Fall).
Die hauptamtlich arbeitende Person muss allerdings aktiv in einer Initiative
arbeiten, damit zumindest darüber eine unmittelbare Kontrolle gewährleistet
ist.
Bis zum nächsten Treffen arbeiten Frank(Ffm., fjaeger@stud.uni-
frankfurt.de) und Günther (Freiburg, bag-fr@gmx.de) ein Konzept für eine
mögliche Organisationsstruktur aus.
- Kurzfristige Ziele sollten sein:
- Aktivere Arbeit in den neuen Bundesländern (z.B. über junge Welt, ND, Jungle World), auch durch Basisinitiativen (einen Dank an unseren Vorreiter Holger aus Meck-Pomm)
- Anbieten von Themen, die auch nicht politisch arbeitenden Gruppen interessiert und die nicht am politischen/organisatorischen Aufbau teilnehmen wollen. Ansatz dazu war bereits das Anbieten der Schulungen von einer der AG's.
- Die nötige Arbeit kann im Moment nur durch die AG's geleistet werden. Diese muss verstärkt werden und vor allen Dingen kontinuierlich sein.
Es wurde die Gründung von Arbeitsgruppen zu den Themen "Recherche"
und "Währung und Kredit" angeregt, fand allerdings aufgrund des
Arbeitsaufwandes keine Zustimmung. Zur Recherche hat sich Werner
Bräuer (nicht anwesend) angeboten. Er könnte sich mit dieser Arbeit der
AG 1 anschießen (seine Zustimmung vorausgesetzt).
Von Guido kam der Vorschlag, dass sich jede der Beteiligten Initiativen
mit einer halben Seite in der quer vorstellen soll.
Die Kontoführung geht so schnell wie möglich an Frank Jäger über.
Die Homepage ist so gut wie fertig. Es fehlen nur noch
Selbstdarstellungen/Daten der beteiligten Initiativen und eine aktuelle
Selbstdarstellung der BAG-E.
Angemeldet wird die Homepage unter dem Namen www.bag-erwerbslose.de . Die Kosten betragen für das erste Jahr ca. 150,- DM und
werden aus der BAG-E - Kasse bezahlt. Alles Material, das eingearbeitet
werden soll, geht an Frank Jäger (fjaeger@stud.uni-frankfurt.de). Die Seite
soll möglichst aktuell sein, was die Mitarbeit von allen Initiativen erfordert.
Außerdem wird eine größer, alternative oder linke, Linksammlung angeregt,
für die natürlich immer Vorschläge an Frank geschickt werden können.
Daneben sollen auch (elektronische) Kommunikationsformen gefunden
werden, die vor allem die Arbeit der Arbeitsgruppen erleichtern.
Was in beiden Fällen nicht geschehen darf ist die Verselbständigung und
Diskussionen z.B. nur über Internet und somit das Ausschließen von
Personen und Initiativen.
Die bereits im Vorfeld geplante Plakataktion zu Arbeitslosigkeit (Abschaffung AlHi), Sozialhilfe (gegen Zwangsarbeit) und MigrantInnen
(Thema soll von Initiativen aus diesem Bereich bestimmt werden): Eine 3-
Plakat-Serie, dauerhaft wiederverwendbar, mit Bezug zur BAG-E wird
realisiert. Ursprung dieser Idee war ein Plakat gegen die Unterbringungs-
und Verpflegungspraxis in den Einrichtungen des Roten Kreuzes. Das
Layout wird über die Kassler organisiert und die Finanzierung über eine
Berliner Stiftung ist so gut wie gesichert. Entwürfe sollen vor dem nächsten
Treffen Anfang Mai über den Verteiler laufen, damit die Plakate nach dem
nächsten Treffen gedruckt werden können. Zu der Aktion sollen noch
Initiativen, die sich mit den drei Themen beschäftigen, angesprochen
werden, z.B. "Kein Mensch ist illegal".
Das nächste Treffen findet Ende April/Anfang Mai statt. (Endgültiger
Termin ist nun der 12. Mai im Gewerkschaftshaus Fulda)
X. "Sonstiges"
Als letzte Punkte wurden noch angesprochen:
- Anfrage der Landesschülervertretung Hessen zur Mitwirkung an der Bildungsinitiative 2000 und gemeinsame Pressearbeit (wird vom FALZ übernommen).
- Es wird Anfang bis Mitte 2000 ein eigener Kongress zu Existenzgeld geplant. Zuständig dafür ist die AG Existenzgeld, näheres auf den nächsten Treffen.
- Aus Frankreich gibt es den Vorschlag einer Charta 2000 (Versuch einer Vernetzung der sozialen Bewegungen/Gruppen in Europa) von Pierre Bordieu , die weiter beobachtet wird.
- Unterstützungsaufruf für die quer - die quer braucht unbedingt Abonnenten.
Protokollanten: Günter (bag-fr@gmx.de,
Carsten (carsten.senger@gmx.de)
So, nach diesem superlangen Punkt ist erst mal eine Lesepause angesagt.
Ich werde mich frühestens Ende März zurückmelden, wenn's genug zu
berichten gibt.
BAG-E Verteiler (der auch von euch genutzt werden kann!)
BAG-E Verteiler
c/o Frank Jäger
Kehreinstr. 19,
65934 Frankfurt
fon: 069-38 99 73 22
e-mail: fjaeger@stud.uni-frankfurt.de
fon/fax besser über das FALZ
fon: 069-70 04 25
fax: 069-70 48 12
(Bei Briefsendungen bitte Rückporto beifügen)
Das war's
Solidarische Grüße
Frank
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